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Die Schwingungen der Wörter erkennen PDF Drucken E-Mail

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„Ganz viele Schüler können immer schlechter lesen und rechtschreiben“, erklärt Konrektorin und Deutschlehrerin Beatrix Diel. „Etwa die Hälfte einer Klasse müsste gefördert werden, unabhängig vom Migrationshintergrund.“ Durch ReLv können so große Erfolge erzielt werden, dass nur rund 10 Prozent aller Schüler eine über den Deutschunterricht hinausgehende Förderung erhalten.

„Die Schüler wissen in der Regel, wie ein Wort ausgesprochen wird“, erklärt Beatrix Diel. Und genau dieses Wissen machen sie sich beim Schreiben zu Eigen. Mit einer Schwing-Technik erforschen die Kinder selbst, wie ein Wort richtig geschrieben wird. Dazu zerlegen sie Wörter zunächst in Silben und hören dadurch, wie das Wort geschrieben wirdZur Verknüpfung beider Gehirnhälften schwingen die Schüler die einzelnen Silben mit einem Tennisball nach. „Je besser sie das motorisch schwingen können, desto besser können sie schreiben“, erklärt Beatrix Diel.

Schon in der fünften Klasse wissen die Realschüler genau, wie ReLv funktioniert, denn sie wenden es täglich an. „Wenn man schwingt, muss man immer die gleiche Bewegung machen“, sagt Sophie aus der 5a. Ihre Mitschülerin Lea erklärt: „Und man muss laut und deutlich mitsprechen, dann merkt man sich das besser.“ Tim fragt seine Lehrerin nur selten, wie man etwas richtig schreibt, denn „man findet seine Fehler selber, wenn man schwingt.“ Beatrix Diel präzisiert: „Rund die Hälfte aller Fehler finden die Kinder durch das Schwingen.“

In einer zweiten Stufe werden die Wörter verlängert und abgeleitet. „Wenn der Buchstabe g am Ende eines Wortes steht, wird er genau so ausgesprochen wie ein k“, erklärt Beatrix Diel. In einem solchen Fall ist es notwendig die Pluralform zu bilden, so wird beispielsweise „Berg“ zu „Berge“ und man hört, dass der Buchstabe g der Richtige sein muss. „Damit kann man bei weiteren 30 Prozent aller Wörter erkennen, wie sie richtig geschrieben werden“, so Beatrix Diel. Für alle weiteren Wörter gibt es ein Merkheft, vergleichbar mit Vokabelheften für Fremdsprachen.

„Das Konzept funktioniert dadurch, dass wir es in allen Fächern anwenden“, verrät Beatrix Diel. Auch bei den Hausaufgaben wird ReLv angewendet: „Alles, was die Schüler zuhause schreiben, muss geschwungen werden“, sagt die Deutschlehrerin und sie weiß, dass das Schwingen für den ein oder anderen manchmal lästig ist. Doch: „Es muss ritualisiert werden.“

Ohne die ständige Wiederholung könnten keine so großen Erfolge erzielt werden.

Beatrix Diel brachte ReLv an die Realschule Enger. Bevor sie Konrektorin in Enger wurde, gab sie im Kreis Gütersloh Fortbildungen, auch gemeinsam mit den Lehrerinnen Christiane Piepenbrok und Angest Fulde. Sie haben ReLv entwickelt und so erfuhr Beatrix Diel aus erster Hand von dem neuen Konzept.

Seit über zwei Jahren arbeitet die Realschule Enger nun mit diesem Konzept und evaluiert die Lernerfolge regelmäßig. „Das Konzept ist unschlagbar gut“, fasst Beatrix Diel zusammen.

Lange Wörter richtig schreiben: Nadira unterteilt das Wort „Paukerstimmungsbarometer“ in Silben, um zu überprüfen, ob sie alles richtig geschrieben hat.Und jeder kann nachprüfen, dass es genau acht sind. FOTOS: ANIKA CORNELIUS

© 2010 Neue Westfälische

Tageblatt für Enger und Spenge, Montag 01. März 2010

 
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